Sauber in die Zukunft: Eswatini organisiert die Bewirtschaftung medizinischer Abfälle völlig neu

Der Globale Fonds/Brian Otieno

Nach jeder lebensrettenden Untersuchung, Behandlung oder Operation bleibt etwas zurück: benutzte Verbände, Spritzen, Tests, Schutzausrüstung – aber was kommt danach?

Die Behandlung medizinischer Abfälle gehört zu den Maßnahmen zum Schutz von Gesundheitspersonal, Gemeinden und Umwelt, die am wenigsten sichtbar und doch am entscheidensten sind. In vielen Ländern fehlen hingegen die Ressourcen und die Infrastruktur für die sichere Entsorgung medizinischer Abfälle.

Der Globale Fonds/Brian Otieno

Schätzungsweise fast zwei Drittel der Gesundheitseinrichtungen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen arbeiten ohne geeignete Systeme zur Entsorgung medizinischer Abfälle. Das erhöht das Krankheitsrisiko und schädigt die Umwelt.

Bis vor Kurzem gehörte auch Eswatini zu diesen Ländern. Medizinische Abfälle wurden entweder in veralteten Verbrennungsanlagen verbrannt oder zur ordnungsgemäßen Behandlung in Nachbarländer verbracht – ein langsamer, kostspieliger und ineffizienter Prozess.

Mit der Eröffnung eines neuen Entsorgungszentrums für medizinische Abfälle hat sich das jedoch geändert. Bestandteil dieser Einrichtung ist eine moderne Hochtemperatur-Verbrennungsanlage.

„Dies ist eine völlig neuartige Anlage für Eswatini“, erklärt Mancoba Zwane, Direktor für Umweltgesundheit und kommunale Dienste der Gemeinde Matsapha. „Darin werden die medizinischen Abfälle des gesamten Landes sicher und effizient beseitigt.“

Ein Arbeiter in der neuen Entsorgungsanlage für medizinische Abfälle in Eswatini. Die neue, in nur 11 Monaten errichtete Anlage ersetzt einen Flickenteppich von 19 veralteten Verbrennungsanlagen und den kostspieligen Export medizinischer Abfälle. Der Globale Fonds/Brian Otieno

Mancoba Zwane, Direktor für Umweltgesundheit und kommunale Dienste der Gemeinde Matsapha, im neuen Entsorgungszentrum für medizinische Abfälle in Eswatini. „Dies ist eine völlig neuartige Anlage für Eswatini. Darin werden die medizinischen Abfälle des gesamten Landes sicher und effizient entsorgt“, erklärt er. Der Globale Fonds/Brian Otieno

Die neue Entsorgungsanlage für medizinische Abfälle in Eswatini wurde nach neuesten, erprobten und anerkannten Standards errichtet und ist mit einer hochmodernen Abgasreinigung und innovativen Systemen für die Trennung und sichere, kontrollierte Lagerung medizinischer Abfälle ausgestattet. Der Globale Fonds/Brian Otieno

Neues, im März 2026 eröffnetes Entsorgungszentrum für medizinische Abfälle in Eswatini mit einer modernen Hochtemperatur-Verbrennungsanlage. Die Einrichtung ist Teil einer Investition des Globalen Fonds in Höhe von 84 Millionen US-Dollar zur Stärkung der Abfallwirtschaftssysteme und -anlagen in mehr als 43 Ländern weltweit. Der Globale Fonds/Brian Otieno

Die jetzt in Betrieb gegangene Anlage wurde in nur 11 Monaten errichtet und ersetzt einen Flickenteppich von 19 veralteten Verbrennungsanlagen und den kostspieligen Export medizinischer Abfälle.

In diesem neuen Entsorgungszentrum können 330 Kilogramm Abfälle pro Stunde verarbeitet werden – rund 75 % der Gesamtmenge an medizinischen Abfällen, die im Land täglich anfallen.

Die Anlage wurde zudem nach neuesten erprobten und anerkannten Standards errichtet und ist mit einer hochmodernen Abgasreinigung und innovativen Systemen für die Trennung und sichere, kontrollierte Lagerung medizinischer Abfälle ausgestattet.


„Diese Investition bedeutet einen Paradigmenwechsel. Statt die Ausfuhr der Abfälle zu bezahlen, beseitigen wir sie jetzt sicher innerhalb des Landes. Das senkt die Kosten, verbessert die Effizienz und garantiert ein nachhaltiges System, das wir eigenverantwortlich betreiben können.“
Gesundheitsminister von Eswatini, Mduduzi Matsebula

Das Projekt ist auf langfristige Wirkung ausgelegt.

Neben den Investitionen in die Anlage selbst sind neue Abfalltransportfahrzeuge angeschafft worden. Die alten, nicht regelkonformen Verbrennungsanlagen werden außer Betrieb genommen. Die neue Anlage wird zu einer genaueren Datenerfassung beitragen und in Zukunft die Einführung eines Abfallverfolgungssystems erleichtern.

Das Gesundheitsministerium hat ein klares Finanzierungsmodell erstellt, um zu gewährleisten, dass die Anlage sich im Staatseigentum befindet und nachhaltig gemanagt wird, damit diese Investition auch in Zukunft geschützt ist.

Das Modell für die Sammlung und sichere Bewirtschaftung von medizinischen Abfällen wurde durch eine Partnerschaft mit UNICEF, der Impfallianz Gavi und dem Globalen Fonds gestaltet, die auf die Stärkung der Abfallbewirtschaftung unter der Führung des Landes ausgerichtet ist.

Der Globale Fonds hat die neue Anlage in Eswatini vollständig finanziert, wobei Mott MacDonald und Roche Diagnostics technische Unterstützung geleistet haben.
Bisher hat der Globale Fonds 84 Millionen US-Dollar für die Stärkung der Abfallwirtschaftssysteme und -anlagen in 43 Ländern weltweit investiert.

Wie in Eswatini bieten diese Investitionen mehr als neue Infrastruktur: Sie stellen nachhaltige, kostengünstige Lösungen dar, die Gesundheitssysteme stärken, Gemeinden schützen und einen bleibenden Wert für die Menschen und den Planeten schaffen.