Über den Globalen Fonds

Vor zwei Jahrzehnten galten AIDS, Tuberkulose (TB) und Malaria als unbesiegbar. Die internationale Gemeinschaft kam 2002 zusammen und gründete in einem Akt beispielloser Solidarität und Entscheidungsstärke den Globalen Fonds zur Bekämpfung der tödlichsten Pandemien, die die Menschheit bis dahin erlebt hatte.

Seitdem hat der Globale Fonds über 73,7 Milliarden US-Dollar in die Bekämpfung von HIV, TB und Malaria sowie zur Stärkung von Gesundheitssystemen in mehr als 100 Ländern investiert und gemeinsam mit seinen Partnern dazu beigetragen, dass 72 Millionen Menschenleben gerettet werden konnten. In unseren Partnerländern ist die Zahl der durch die drei Krankheiten insgesamt verursachten Todesfälle um 65 Prozent gesunken. Darüber hinaus hat die Bekämpfung von AIDS, TB und Malaria einen großen Einfluss auf die globale Ungleichheit in der Lebenserwartung. In zahlreichen afrikanischen Ländern stieg die Lebenserwartung um rund 15 Jahre – das ist zu einem großen Teil auf die Bekämpfung von AIDS, TB und Malaria zurückzuführen.

Unsere Mission

Der Globale Fonds ist eine weltweite Bewegung für die Bekämpfung von AIDS, TB und Malaria und für eine gesündere, sicherere und gerechtere Zukunft für alle Menschen. Wir mobilisieren und investieren jährlich bis zu 4 Milliarden US-Dollar zur Eindämmung der tödlichsten Infektionskrankheiten, zur Bekämpfung der diese Krankheiten fördernden Ungerechtigkeit und zur Stärkung der Gesundheitssysteme in über 100 Ländern.

Unser Ansatz: Wir bringen führende Politiker*innen, lokale Akteur*innen, Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und des Privatsektors sowie Gesundheitsfachkräfte zusammen, damit sie gemeinsam wirksame Lösungen erarbeiten und umsetzen – und die Welt in kürzerer Zeit bessere Fortschritte erreicht. Bereits heute tragen die betroffenen Länder mehr als die Hälfte der Kosten für die Bekämpfung dieser Krankheiten. Das Ziel ist, die Krankheitslast so weit zu senken, dass die Länder die volle Verantwortung für die nachhaltige Beendigung der Epidemien und den Erhalt starker Gesundheitssysteme übernehmen können. Als Bedingung für die Bereitstellung von Mitteln verlangen wir deshalb von den Ländern, dass sie sich verpflichten, die inländische Finanzierung für die drei Krankheiten zu verbessern. Gleichzeitig arbeiten wir proaktiv mit den Ländern zusammen, um verantwortungsvolle, schrittweise Übergänge von externer Finanzierung zu unterstützen. Technologischer Fortschritt und Innovationen spielen dabei eine entscheidende Rolle bei der effizienteren Nutzung inländischer Finanzmittel. 

Hinzu kommt die Marktgestaltung: Der Globale Fonds nutzt seine Marktmacht, um Preise für lebenswichtige Medikamente dauerhaft zu senken und diese weltweit erschwinglich zu halten. So können erhebliche Kosteneinsparungen erzielt werden. 

Um die größtmöglichen Fortschritte gegen die tödlichsten Infektionskrankheiten zu erzielen, sorgen wir dafür, dass die betroffenen Gemeinschaften ein gleiches Mitspracherecht bei der Krankheitsbekämpfung und eine gleiche Chance auf eine gesunde Zukunft haben.

Der Globale Fonds arbeitet außerdem eng mit einer Vielzahl globaler Gesundheitsorganisationen zusammen. Zu den wichtigsten Partnern zählen Gavi und die WHO ebenso wie Unitaid, UNAIDS, UNICEF, Roll Back Malaria, die Stop TB Partnership, FIND und die Weltbank. Jede dieser Organisationen trägt mit ihren spezifischen Stärken und Expertisen dazu bei, die gemeinsame Wirkung zu verstärken.

Mit der achten Wiederauffüllung haben öffentliche und private Geber 12,68 Milliarden US-Dollar für die Jahre 2026 bis 2028 mobilisiert. Damit beginnt eine neue Phase der Arbeit des Globalen Fonds: Die verfügbaren Mittel sollen noch gezielter dort eingesetzt werden, wo die Krankheitslast besonders hoch und die Ressourcen besonders knapp sind. Gemeinsam mit den Ländern geht es deshalb darum, Prioritäten zu setzen und Gesundheitsangebote, wo immer sinnvoll, stärker in die reguläre Gesundheitsversorgung einzubinden. Darüber hinaus sollen die Länder zunehmend in die Lage versetzt werden, ihre Gesundheitsprogramme langfristig selbst zu tragen. Dafür braucht es mehr eigene Mittel, aber auch neue Wege, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen – etwa durch zusätzliche nationale Kofinanzierung, innovative Finanzierungsmodelle wie Debt2Health und die Nutzung der vom Globalen Fonds erzielten Preisvorteile bei der Beschaffung von Medikamenten und anderen Gesundheitsprodukten. So kann aus jedem eingesetzten Dollar möglichst viel Wirkung entstehen, und mehr Menschen können erreicht werden.

Allein durch zusätzliche Kofinanzierung sollen im aktuellen Finanzierungszyklus zwischen 2027 und 2029 mindestens 1,4 Milliarden US-Dollar an weiteren nationalen Mitteln für die Bekämpfung der drei Krankheiten und die Stärkung der Gesundheitssysteme mobilisiert werden. Innovationen, eine effizientere Gestaltung von Märkten und Beschaffung sowie die Einbindung von Gemeinschaften sollen zusätzlich dazu beitragen, mit den vorhandenen Mitteln möglichst viel zu erreichen.

Eine erfolgreiche Bekämpfung von AIDS, TB und Malaria braucht deshalb das Zusammenspiel vieler Kräfte. Nur durch das Zusammenwirken der betroffenen Länder, der Partnerschaft des Globalen Fonds, internationaler Geberstaaten und des privaten Sektors kann es gelingen, diese drei Pandemien einzudämmen und die Gesundheitssysteme zu stärken, um auf die Epidemien von morgen vorbereitet zu sein. Politischer Wille und die Bereitstellung ausreichender Finanzmittel sind der Schlüssel zu einer gesunden Weltbevölkerung, starken Gesundheitssystemen und widerstandsfähigen Gesellschaften. Das kommt allen zugute – und trägt dazu bei, die großen Erfolge der vergangenen Jahrzehnte zu bewahren.

Jahresbericht 2026: Unsere Ergebnisse

Der Globale Fonds und seine Partnerorganisationen haben seit 2002 dazu beigetragen, 72 Millionen Menschenleben zu retten. Die gemeinsamen Anstrengungen haben die Zahl der Todesfälle durch HIV, Tuberkulose und Malaria um 65 Prozent gesenkt. Der Ergebnisbericht 2026 zeigt, wie Länder und Gemeinschaften gemeinsam mit ihren Partnern selbst unter außergewöhnlichem Druck handlungsfähig geblieben sind: In den Partnerländern haben sich Regierungen, Gemeinschaften, die Zivilgesellschaft sowie bilaterale und multilaterale Partnerorganisationen an starke Kürzungen der internationalen Finanzmittel, Konflikte, Flucht und wachsende humanitäre Bedürfnisse angepasst. Gemeinsam haben sie lebenswichtige Gesundheitsleistungen gesichert, Versorgungslücken geschlossen und neue Lösungen schneller zu den Menschen gebracht.

Doch auch wenn die Ergebnisse weniger alarmierend ausfallen als zunächst befürchtet, haben die Finanzierungskürzungen bereits spürbare Folgen für die Versorgung und die Gesundheit der Menschen. In vielen Ländern wurden HIV-Präventionsangebote zurückgefahren oder ausgesetzt, und TB-Programme verzeichneten Einschränkungen oder Unterbrechungen bei Angeboten in den Gemeinden und der Suche nach Menschen mit Tuberkulose sowie der Untersuchung von Personen, die mit Erkrankten in Kontakt waren. Bei der Malariabekämpfung führten Engpässe bei wichtigen Medikamenten und Verzögerungen bei Präventionskampagnen zu neuen Herausforderungen. Der Bericht zeigt deshalb klar: Um den erreichten Fortschritt zu bewahren, braucht es verlässliche Finanzierung, den schnellen Zugang zu Innovationen und starke, widerstandsfähige Gesundheitssysteme.

Aktueller Stand

HIV

Der Globale Fonds stellt 28 Prozent aller internationalen Finanzmittel für HIV-Programme bereit. In unseren Partnerländern sind die AIDS-bedingten Todesfälle zwischen 2002 und 2025 um 77 Prozent und die Neuinfektionen mit HIV um 64 Prozent zurückgegangen. In 2025 erhielten 26,9 Millionen Menschen eine antiretrovirale Therapie. Trotz des erheblichen Drucks auf Gesundheitssysteme und Finanzierung konnte ein Großteil der Behandlungen aufrechterhalten werden: 87 Prozent der Menschen mit HIV kannten ihren Status, 80 Prozent erhielten eine antiretrovirale Therapie, und bei 74 Prozent war die Viruslast supprimiert. Zudem sind die Fortschritte in der Prävention durch Finanzierungslücken gefährdet, weil Aufklärungs- und Präventionsangebote für besonders von HIV betroffene oder gefährdete Bevölkerungsgruppen eingeschränkt wurden. In vielen Ländern beeinträchtigt das die Zahl an Menschen, die eine PrEP erhielten: Sie sank 2025 auf 1,1 Millionen, gegenüber 1,4 Millionen im Vorjahr.

PrEP verändert die HIV-Prävention grundlegend, indem sie Menschen mit hohem Infektionsrisiko wirksame Möglichkeiten zum Schutz bietet. Deshalb setzen wir auf eine breitere Auswahl an Präventionsmöglichkeiten und darauf, diese möglichst breit zugänglich zu machen. Der Globale Fonds ist der einzige große Geldgeber, der alle von der WHO empfohlenen PrEP-Optionen unterstützt: von oralen PrEP-Pillen über den Dapivirin-Vaginalring bis hin zu den langwirksamen injizierbaren Präparaten Cabotegravir und Lenacapavir. Ein Dapivirin-Vaginalring ist eine diskrete, selbst anzuwendende Option für junge Frauen und Mädchen, dessen Einführung wir in Ländern mit hoher HIV-Belastung gezielt beschleunigt haben. Gemeinsam mit der Children’s Investment Fund Foundation (CIFF) startete der Globale Fonds eine Initiative zur Finanzierung von 150.000 Ringen [ Herunterladen in Deutsch ], um mit einem marktgestaltenden Ansatz die Nachfrage zu fördern, den Zugang auszuweiten und die Preise zu senken. Parallel dazu beschleunigen wir gemeinsam mit Unitaid die Einführung von Cabotegravir: Mehrere unserer Partnerländer konnten das Medikament bereits beschaffen.

Eine besonders wichtige Innovation in der HIV-Prävention ist Lenacapavir, ein langwirksames Medikament zur HIV-Prävention, das nur zweimal jährlich injiziert werden muss. Dass es 2025 erstmals in der Geschichte im selben Jahr sowohl in Ländern mit hohem Einkommen als auch in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen verfügbar wurde, zeigt, was möglich ist, wenn Partner an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Der Globale Fonds spielte dabei eine führende Rolle und arbeitete eng mit seinen Partnern zusammen, um die Einführung schnell voranzubringen. Bis August 2026 hatten alle neun afrikanischen Länder, die als frühe Anwender vom Globalen Fonds unterstützt werden, mit der Einführung begonnen. Davon profitierten nahezu 100.000 Patient*innen. Bis Ende 2026 soll Lenacapavir in 24 Ländern eingeführt sein.

Paulina, i-BreakFree Jugendbotschafterin, hält einen Vortrag vor Schüler*innen in Namibia. Sie bringt junge Menschen mit Kliniken, Anbietern und Hilfsmitteln wie Kondomen, PrEP und HIV-Selbsttests in Kontakt. The Global Fund/Karin Schermbrucker

Darüber hinaus haben wir weiter daran gearbeitet, menschenrechts- und geschlechtsbezogene Barrieren beim Zugang zu HIV-Diensten abzubauen, Testangebote zu erweitern und die Versorgung für Menschen mit HIV stärker auf ihre Bedürfnisse zuzuschneiden. Gleichzeitig konnten wir den Zugang zu besser verträglichen Therapien verbessern. Auch bei den Preisen für lebenswichtige Medikamente haben wir Fortschritte erreicht: Gemeinsam mit Herstellern konnten wir den Preis für die bevorzugte HIV-Ersttherapie von 75 US-Dollar pro Patient*in und Jahr im Jahr 2018 auf knapp 34 US-Dollar Anfang 2026 senken. Die eingesparten Mittel helfen dabei, mehr Menschen den Zugang zu den besten verfügbaren Behandlungen zu ermöglichen.

Die Weltgemeinschaft hat bei der Bekämpfung von HIV große Fortschritte gemacht. Doch das Ziel, AIDS bis 2030 zu beenden, ist noch nicht erreicht. Finanzierungskürzungen haben 2025 gerade dort tiefe Lücken hinterlassen, wo HIV-Prävention besonders wichtig ist: bei Präventionsangeboten, HIV-Tests und gemeindenahen Diensten. Weltweit verloren mehr als zwei Millionen heranwachsende Mädchen und junge Frauen den Zugang zu wichtigen HIV-Diensten. Doch die Einführung von Innovationen wie Lenacapavir eröffnet neue Möglichkeiten. Damit bietet sich die historische Chance, eine globale Pandemie zu beenden, die 44,2 Millionen Menschenleben gefordert hat. Eine AIDS-freie Generation ist möglich – ob sie Wirklichkeit wird, hängt entscheidend von politischem Willen und ausreichender und verlässlicher finanzieller Unterstützung ab.

Tuberkulose

Der Globale Fonds stellt 80 Prozent aller internationalen Finanzmittel für TB-Programme bereit. In unseren Partnerländern ist die Zahl der TB-Todesfälle (Menschen mit HIV nicht eingerechnet) zwischen 2002 und 2024 um 43 Prozent gesunken. 2025 erhielten 7,4 Millionen Menschen eine TB-Behandlung, darunter 115.000 Menschen mit medikamentenresistenter TB.

2025 haben wir Länder dabei unterstützt, effiziente, gerechte und kostengünstige Maßnahmen für die am stärksten gefährdeten Menschen umzusetzen. Das umfasst den Zugang zu besseren Behandlungsregimen, günstigeren Medikamenten und Gesundheitsdiensten – auch für schwer erreichbare Gemeinschaften.

Nach mehreren Jahren, in denen die TB-Bekämpfung neue Dynamik gewonnen hatte, geriet sie 2025 wieder stark unter Druck. Finanzierungskürzungen, Konflikte, Vertreibung und wirtschaftliche Belastungen erschwerten den Zugang zu wichtigen Gesundheitsdiensten und gefährdeten bereits erzielte Fortschritte. Viele Länder konnten die lebenswichtige Diagnose und Behandlung von TB dennoch aufrechterhalten. Doch die Lücken bleiben bestehen: Weltweit erkrankten 2024 schätzungsweise 10,7 Millionen Menschen an TB, mehr als 1,2 Millionen Menschen starben an der Krankheit. In den Partnerländern des Globalen Fonds wurden 2024 8,3 Millionen Menschen neu diagnostiziert, jedoch wurden mehr als 2 Millionen Menschen nicht diagnostiziert, nicht behandelt oder nicht erfasst. Umso wichtiger ist es, Menschen früher zu erreichen, TB schneller zu erkennen und die Behandlung rasch zu beginnen.

Neue Near-Point-of-Care-Tests (NPOC) könnten die TB-Diagnostik zukünftig grundlegend verändern. Die mobilen molekularen Tests liefern Ergebnisse innerhalb von weniger als einer Stunde und können auch in örtlichen und ländlichen Gesundheitszentren eingesetzt werden, in denen keine komplexe Laborinfrastruktur oder eine zuverlässige Stromversorgung vorhanden ist. Mit Unterstützung des Globalen Fonds und der Children’s Investment Fund Foundation (CIFF) führen 13 Länder die neuen Tests im Rahmen einer Early-Adopter-Initiative ein. Bis Ende 2026 sollen dort nahezu 3 Millionen Tests bereitgestellt werden.

Moderne TB-Diagnosesysteme ermöglichen ein schnelles und präzises Testergebnis in unmittelbarer Nähe der Patient*innen. The Global Fund / Jason Mulikita

Wir weiten außerdem die Einführung modernster Instrumente wie KI-gestützter Diagnosesoftware und mobiler digitaler Röntgenaufnahmen des Brustkorbs aus, die die TB-Früherkennung revolutionieren. KI-gestützte TB-Screenings sind inzwischen in mehr als 20 Ländern im Einsatz. Den Weg geebnet hat dafür unter anderem eine Partnerschaft mit Siemens Healthineers [ Herunterladen in Deutsch ]. KI ist dabei nicht nur ein Werkzeug, um TB wirksamer zu bekämpfen, sondern auch eine Plattform, die Ressourcen effizienter nutzbar macht, integrierte Versorgung unterstützt und die Pandemievorbereitung stärkt.

Eine besondere Bedrohung bleibt weiterhin medikamentenresistente TB, eine der gefährlichsten Formen der weltweiten Antibiotikaresistenz (AMR). Um dieser Herausforderung zu begegnen, investieren wir in den Ausbau molekularer Schnelltests, in verbesserte Probenbeförderungssysteme sowie in kürzere und verträglichere Behandlungsschemata. Damit stellen wir sicher, dass die Erkrankten schnell die richtige Therapie erhalten und ein weltweiter Anstieg antibiotikaresistenter TB-Stämme verhindert wird.

Tuberkulose bleibt weltweit die tödlichste Infektionskrankheit, und trotz eines Rückgangs von Erkrankungen und Todesfällen ist die Welt nicht auf Kurs, das Ziel einer Beendigung der Tuberkulose bis 2030 zu erreichen. Um die in mehr als zwei Jahrzehnten erzielten Fortschritte zu sichern und weiter auszubauen, braucht es deshalb eine verlässliche Finanzierung, starke Verantwortung und Führung auf Länderebene sowie die aktive Einbindung der betroffenen Gemeinschaften. Ebenso wichtig ist, bewährte neue Ansätze schnell in die Versorgung zu bringen – etwa Near-Point-of-Care-Diagnostik, die eine schnellere Diagnose und Behandlung ermöglichen kann.

Malaria

Der Globale Fonds stellt 57 Prozent aller internationalen Finanzmittel für Malaria-Programme bereit. In unseren Partnerländern ist die Zahl der Malaria-Todesfälle zwischen 2002 und 2024 um 27 Prozent gesunken. Gleichzeitig sind die Malariafälle seit 2002 um 16 Prozent gestiegen. Malaria droht vielerorts wieder stärker auf dem Vormarsch zu sein – unter dem Druck mehrerer Faktoren: Resistenzen gegen Medikamente und Insektizide, häufigere und extremere Wetterereignisse, Konflikte, Bevölkerungsentwicklung, Vertreibung und fehlende Finanzierung.

Umso wichtiger ist es, bewährte Maßnahmen mit neuen Lösungen zu verbinden. 2025 wurden 196 Millionen insektizidbehandelte Moskitonetze verteilt, um den Schutz vor Malaria aufrechtzuerhalten. Eine wichtige Weiterentwicklung sind Moskitonetze, die mit zwei verschiedenen Wirkstoffen arbeiten. Dazu gehört unter anderem das Interceptor® G2-Moskitonetz [ Herunterladen in Deutsch | Español | Italiano | Svenska ]. Studien belegen, dass das Chlorfenapyr-Dual-AI-Netz des deutschen Chemiekonzerns die Malariafälle im Vergleich zu anderen Netztypen um schätzungsweise 45 Prozent reduzieren konnte. Durch unsere marktgestaltenden Maßnahmen konnten die Preise für solche Netze gesenkt und ihre Einführung beschleunigt werden. Inzwischen machen sie 78 Prozent der über den Globalen Fonds beschafften insektizidbehandelten Netze aus.

Auch eine neue Form des Mückenschutzes in Innenräumen kann den Schutz ergänzen. Dabei wird ein Wirkstoff in Innenräumen abgegeben, der Mücken fernhält und so verhindert, dass sie Menschen stechen. Gemeinsam mit Partnern will der Globale Fonds so bis 2028 mindestens 60 Millionen Menschen in prioritären Ländern in Subsahara-Afrika und anderen Malariagebieten schützen.

Während wir Länder weiterhin dabei unterstützen, Resistenzen gegen Medikamente und Insektizide einzudämmen und auf neue Bedrohungen durch Umwelt und Mückenpopulationen zu reagieren, geht es zugleich darum, ihnen Zugang zum gesamten verfügbaren Instrumentarium gegen Malaria zu ermöglichen. Dazu gehören auch die Malaria-Impfstoffe RTS,S und R21, die den Schutz insbesondere für Kinder erweitern.

Bei der Einführung der Malaria-Impfstoffe geht es deshalb um mehr als die Impfung allein. Bis Dezember 2024 hatten 17 afrikanische Länder den Malaria-Impfstoff in ihre Impfprogramme für Kinder aufgenommen. Der Globale Fonds finanziert die Impfstoffe selbst nicht direkt, unterstützt aber über nationale Malariaprogramme unter anderem die Planung und Datenverwaltung. Gemeinsam mit Partnern trägt er so dazu bei, die Impfungen sinnvoll in die bestehenden Programme einzubetten.

Die größte Wirkung entfalten die Impfstoffe, wenn sie mit anderen von der WHO empfohlenen Präventionsmaßnahmen kombiniert werden, in die wir maßgeblich investieren. Zudem hat der Globale Fonds die Entwicklung eines von Roll Back Malaria erarbeiteten „Malaria Funders Package“ unterstützt. Es soll Ländern einen besseren Überblick darüber geben, welche Finanzierungsquellen für Malaria zur Verfügung stehen, und ihnen damit helfen, ihre Finanzierung gezielter zu planen.

Akpala Vivienne (rechts), Teamleiterin und Logistikerin, überwacht die Verladung von mit Insektiziden behandelten Moskitonetzen (ITNs) auf Lastwagen im Kaunda State Warehouse in Kaduna im Rahmen einer groß angelegten Malaria-Präventionskampagne in Nigeria im Juli 2025. The Global Fund/Andrew Esiebo

Gleichzeitig kommt es darauf an, die gesamte Versorgungskette der Malariabekämpfung aufrechtzuerhalten. 2025 wurden in den vom Globalen Fonds unterstützten Ländern 367 Millionen Verdachtsfälle getestet und 167 Millionen Malariafälle behandelt. 52,1 Millionen Kinder erhielten die vollständige saisonale Chemoprävention und 19,9 Millionen schwangere Frauen mindestens drei Dosen einer vorbeugenden Behandlung.

Malaria weist unter den drei Krankheiten derzeit die besorgniserregendste Entwicklung auf. Neben den genannten Faktoren, die die Malariabekämpfung erschweren, haben die Finanzierungskürzungen 2025 die Situation weiter verschärft. In vielen Ländern kam es bereits zu Engpässen bei wichtigen Medikamenten und Verzögerungen bei zeitkritischen Präventionsmaßnahmen. Gleichzeitig eröffnen neue Instrumente wie Moskitonetze mit doppeltem Wirkstoff, innovative Innenraumbesprühungen und Impfstoffe neue Chancen. Jetzt kommt es darauf an, den ins Stocken geratenen Fortschritt wieder in Gang zu bringen und die verfügbaren Instrumente so einzusetzen, dass sie möglichst viele Menschen erreichen.

Globale Gesundheitssicherheit durch widerstandsfähige und nachhaltige Gesundheits- und Gemeinschaftssysteme

Die Stärkung widerstandsfähiger und nachhaltiger Gesundheits- und Gemeinschaftssysteme ist ein zentrales Handlungsfeld des Globalen Fonds. Im Zeitraum 2024–2026 investieren wir insgesamt etwa 5,9 Milliarden US-Dollar in diesen Bereich – eine Steigerung um 43 Prozent gegenüber dem vorherigen Förderzyklus und die größte Investition in Gesundheits- und Gemeinschaftssysteme in unserer Geschichte. Der Globale Fonds ist weltweit der größte externe multilaterale Förderer zur Verbesserung der Pandemieprävention und -reaktion.

Konkret bedeutet das: Wenn Krankheiten ausbrechen, müssen sie möglichst schnell erkannt, Menschen zuverlässig getestet und behandelt und wichtige Medikamente dorthin gebracht werden, wo sie gebraucht werden. Deshalb unterstützt der Globale Fonds Länder beim Ausbau von Laboren und Diagnostik, bei der Krankheitsüberwachung und digitalen Gesundheitsinfrastruktur sowie bei Lieferketten und gemeindenahen Gesundheitsdiensten. Gleichzeitig stärken wir das Gesundheitspersonal: So haben wir die Ausbildung von fast 117.000 Gesundheitshelfer*innen unterstützt. Mehr als 200 Labore wurden modernisiert, und über 30.000 Labore und Teststellen haben an Qualitätstests für HIV, TB, Malaria, COVID-19 und Mpox teilgenommen. Auch eine verlässliche Sauerstoffversorgung und der Schutz vor den Folgen klimabedingter Katastrophen gehören dazu. So entstehen Strukturen, die nicht nur im Alltag Menschen versorgen, sondern auch dann tragen, wenn Gesundheitssysteme durch Ausbrüche, Krisen oder andere Notlagen besonders gefordert sind.

Besonders wichtig sind dabei Länder, die von Konflikten, humanitären Krisen und Vertreibung betroffen sind. Sie tragen einen überproportionalen Anteil der globalen Krankheitslast. Im aktuellen Finanzierungszyklus entfallen inzwischen fast 40 Prozent des Portfolios auf Länder mit akuten oder langanhaltenden Krisen.

Deutschland und der Globale Fonds

Deutschland ist seit der Gründung des Globalen Fonds im Jahr 2002 ein starker und verlässlicher Partner. Das Land gehört zu den wichtigsten Unterstützern und ist der viertgrößte öffentliche Geber des Globalen Fonds – mit einer klaren Vorreiterrolle im Bereich globaler Gesundheit.

Deutschland ist im Board des Globalen Fonds vertreten und Mitglied des Strategieausschusses, der maßgeblich die Politik des Fonds gestaltet. Dabei stehen insbesondere der Aufbau widerstandsfähiger und nachhaltiger Gesundheitssysteme sowie die enge Verzahnung von HIV-, TB- und Malariaprogrammen mit dem Gesundheitssektor im Vordergrund. Darüber hinaus leistet Deutschland im Rahmen des Projekts BACKUP Gesundheit, das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beauftragt wurde, technische Unterstützung zur Verbesserung der Effektivität der vom Globalen Fonds finanzierten Programme.

Deutschland setzt sich insbesondere dafür ein, dass Länder schrittweise mehr Verantwortung für die Finanzierung und Umsetzung ihrer Gesundheitsprogramme übernehmen und die Fortschritte langfristig gesichert werden. Dazu gehört die stärkere Integration der Maßnahmen gegen HIV, Tuberkulose und Malaria in leistungsfähige nationale Gesundheitssysteme.

Weitere Schwerpunkte des deutschen Engagements sind verlässliche Märkte für Gesundheitsprodukte und regionale Produktionskapazitäten, insbesondere in Afrika, sowie eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb der globalen Gesundheitsarchitektur.

Für die achte Wiederauffüllung des Globalen Fonds sagte Deutschland 1 Milliarde Euro zu (für den Zeitraum 2026–2028). Davon entfallen 100 Millionen Euro auf Schuldumwandlungen im Rahmen des Debt2Health-Mechanismus.

Debt2Health: Ein innovativer Finanzierungsmechanismus

Debt2Health wurde 2007 durch den Globalen Fonds ins Leben gerufen. Die Idee: Schuldenrückzahlungen werden durch individuell ausgehandelte Vereinbarungen in Investitionen in Gesundheit umgewandelt. Im Zentrum stehen die Stärkung widerstandsfähiger und nachhaltiger Gesundheitssysteme sowie Programme zur Bekämpfung von HIV, TB und Malaria. Ein Gläubigerland verzichtet auf die Rückzahlung eines Kredits, wenn sich das Empfängerland verpflichtet, die freigesetzten Mittel ganz oder teilweise in ein vom Globalen Fonds unterstütztes Gesundheitsprogramm zu investieren. Ziel ist es, die inländische Finanzierung im Gesundheitswesen zu erhöhen und lebensrettende Maßnahmen dauerhaft zu fördern. Deutschland war der führende Befürworter von Debt2Health – sowohl bei der Erprobung des Konzepts im Jahr 2007 als auch bei der Unterstützung des Programms als Gläubiger in mehreren nachfolgenden Transaktionen. 2024 unterzeichnete Deutschland im Rahmen von Debt2Health Vereinbarungen mit der Mongolei und Indonesien, um Schulden dieser Länder in Höhe von 29 bzw. 75 Millionen Euro in Investitionen in die öffentliche Gesundheit umzuwandeln.

Mit den deutschen Beiträgen konnten Gesundheits- und Gemeinschaftssysteme gestärkt und integrierte Ansätze verfolgt werden, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Außerdem wurden Gesundheits- und Geschlechtergerechtigkeit gefördert sowie Menschenrechte gestärkt. Zugleich tragen sie dazu bei, Pandemievorsorge und -bekämpfung nachhaltig zu verbessern – im Einklang mit den gesundheitspolitischen Prioritäten Deutschlands.